Im Dschungel der QM-Weiterbildung

Als ich zu diesem Thema recherchiert habe, gab es auf Google zum Stichwort „QM-Weiterbildung“ über 3,2 Millionen Ergebnisse. Auswahl zu haben ist toll. Damit steigt nur leider die Verwirrung. Welcher Anbieter ist der richtige? Soll ich lieber eine spezifische oder generalistische Aus- bzw. Weiterbildung machen?

Oder doch lieber etwas in Richtung Soft Skills und Persönlichkeitsentwicklung?

Am Ende dieses Artikels oder der Podcast-Episode wirst Du einige Leitfragen haben, mit deren Hilfe Du Deine nächste Weiterbildung im Qualitätsmanagement zielgerichtet und mit weniger Unsicherheit auswählen kannst.

Du möchtest lieber hören statt lesen? Kein Problem. Ganz oben auf der Seite findest Du einen Play-Button. Einfach draufklicken und die Episode startet.

Welches Ziel verfolgst Du mit der QM-Weiterbildung?

Das sollte die erste Leitfrage sein, die Du für Dich beantwortest. Was möchtest Du nach der Weiterbildung bewirken können? Durch die Weiterbildung an sich veränderst Du noch nicht viel. Es kommt darauf an, was Du daraus machst. Was das genau ist, solltest Du für Dich klären, noch bevor Du über andere Kriterien nachdenkst.

Mögliche Ziele könnten sein:

  • Du strebst den Einstieg in das Qualitätsmanagement an
  • Du möchtest Dein Wissen in einem bestimmten Bereich vertiefen oder bereits bestehendes Wissen auffrischen (im letzten Fall, frage Dich: warum?)
  • Du möchtest Deine Karriere vorantreiben
  • Du möchtest spezifische Themen einer neuen Branche kennenlernen
  • Die Weiterbildung soll sich gut in Deinem Lebenslauf machen (aus meiner Sicht ein schwaches Ziel, aber es mag manche motivieren)

Wie sieht Deine aktuelle Situation aus?

Du hast Dein Ziel vor Augen? Jetzt gleichst Du dieses Ziel mit Deiner aktuellen Situation ab. Dabei ergeben sich Unterschiede, die im Idealfall von der Weiterbildung abgedeckt werden. Es geht dabei um fachliche Lücken, Soft Skills, in denen Du Dich verbessern möchtest, oder spezifische Themen, mit denen Dein Unternehmen immer wieder konfrontiert wird und die Du als Spezialist:in in Zukunft besser lösen möchtest.

Schaue auch darauf, inwieweit Dich bisherige Weiterbildungsmaßnahmen auf Deinem Weg unterstützt haben. Immer die gleiche Art QM-Weiterbildung zu belegen, sei es ein Seminar, ein Kongress oder Webinar, ist eventuell nicht förderlich, Dich Deinem Ziel näherzubringen.

Wann war überhaupt Deine die letzte Veranstaltung, die Du besucht hast? 

Welches ist Deine aktuell größte Herausforderung?

Egal, welche der Ziele Du verfolgst, die ich oben aufgelistet habe, alle laufen darauf hinaus, dass Du wertvoller für Dein Unternehmen wirst. Es ist daher naheliegend, wenn dieser gesteigerte Wert nicht erst irgendwann eintritt.

Je früher, desto besser für Deine Wirksamkeit, Reputation, Anerkennung und damit auch Deine Karriere.

Ich hatte mal einen Mitarbeiter, der Weiterbildungsurlaub beantragt hat. Das gibt es in bestimmten Regionen und Unternehmen unterstützen diese Weiterbildung finanziell und/oder durch bezahlte Freistellung. Zuerst war ich begeistert von der Initiative des Mitarbeiters. 

Als er mir dann erklärte, welche Art der Weiterbildung er belegen möchte, klappte mir schier die Kinnlade herunter. Es war ein QS-Mitarbeiter für den Wareneingang und er wollte eine Ausbildung zum Pyrotechniker machen. Keine wirkliche Relevanz für seine Aufgabe und damit wenig wertvoll für das Unternehmen.

Du kannst natürlich ein Programm buchen, das sich irgendwann in der Zukunft als Nützlich erweisen könnte. Die größten Fortschritte wirst Du allerdings machen, wenn Du die Inhalte sofort auf Themenfelder und Herausforderungen in Deiner aktuellen Rolle beziehen und umsetzen kannst.

Welcher Lerntyp bist Du?

Auch wenn ich diesen Punkt relativ spät bringe, ist er dennoch wichtig. Der Lerntyp entscheidet darüber, wie gut und leicht Du Inhalte aufnimmst. Passt das Angebot nicht zu Deinem Lerntyp, quälst Du Dich die ganze Zeit. Deine Aufmerksamkeit und die Rate dessen, was Du langfristig behalten wirst, sinken.

Viele Weiterbildungsangebote kombinieren Formen für die verschiedenen Lerntypen, damit eine große Zielgruppe abgedeckt werden kann.

Hier einige Beispiele:

  • Auditiv (Lernen durch Zuhören)
  • Visuell (Lernen über Bilder und Videos aus der Praxis)
  • Praxisnah (Lernen durch selbst machen)
  • Mischformen
  • Online / Offline
  • Gruppenlerner / Einzellernen
  • Adaptionsvermögen

Es kommt nicht nur darauf an, was Du für ein Lerntyp bist. Auch auf die Art des Wissens oder der Fähigkeiten, die vermittelt werden sollen. Schwimmen, Fahrrad fahren oder Kochen lernst Du nicht besonders gut, wenn Du Dir Bücher durchliest oder Onlinekurse anschaust. 

Du musst es tun. Denn Du sammelst Erfahrung, lernst dadurch schneller und kannst sofort Rückfragen stellen.

Möglichkeiten der Weiterbildung im QM

Erst, wenn Du die vorhergehenden Fragen für Dich beantwortet hast, solltest Du Dich auf die Suche nach dem geeigneten Angebot der QM-Weiterbildung machen. Du wirst feststellen, dass diese Leitfragen dafür sorgen, dass einige Programme nicht zu Deiner Situation und Deinen Zielen passen. 

Sehr gut, dieser Filter hat Dich soeben davor bewahrt, eine schlechte Entscheidung zu treffen und Dir und Deinem Unternehmen Geld und Zeit gespart.

Bevor wir tiefer in die verschiedenen Formen einsteigen, noch einige Kriterien, die Du abseits des Formats berücksichtigen solltest:

  • Die Dauer der Weiterbildung (insgesamt und benötigte Zeit pro Tag oder Woche)
  • Zusätzliche Leistungen über das reine Wissen hinaus (Unterlagen, Checklisten, Folgetreffen, etc.)
  • Die Höhe der Investition im Vergleich zu dem, was Du nach der Weiterbildung wissen und können wirst (sollte in einem guten Verhältnis stehen, die reine Summe des Angebots ist relativ unwichtig).
  • Renommee und Kompetenz der Veranstalter und der Referent:innen

Je nachdem, was Dir insgesamt wichtig ist, kann die Liste an Kriterien länger oder kürzer sein.

Die nun folgende kurze Auflistung von Weiterbildungsangeboten ist sicher nicht vollständig. Aber darin sind die Angebote beinhaltet, die ich häufig am Markt sehe. Es gibt außerdem noch Konferenzen, Fachhochschulkurse und noch vieles mehr.

Seminare / Webinare

Vor Corona war das Seminar in Deutschland sozusagen die klassische Form für QM-Weiterbildungen. Zwar nicht erst seit 2020, aber seitdem verstärkt, gibt es viele Angebote in digitaler Form. 

Der „Frontalunterricht“ liegt nicht jedem. Deshalb noch einmal der Hinweis auf den Lerntyp. Schaue genau hin, was die Veranstalter planen. Ist es nur eine Folienpräsentation, oder gibt es Übungen anhand von Fallbeispielen? Vielleicht ist auch die konkrete Umsetzung an und in Situationen Deines Unternehmens Bestandteil. 

Leider ist es noch viel zu häufig so, dass Webinare wenig Interaktion beinhalten. Viele Referent:innen lesen nach wie vor von ihren Folien ab und nach kurzer Zeit sind wir als Lernende gedanklich woanders. 

Online-Trainings / Selbstlernkurse / Fernstudiengänge

Unter diesem Format verstehe ich Formate, bei denen Du nicht (direkt) von Trainer:innen begleitet wirst. Du lernst für Dich alleine, wo, wann und wie viel Du möchtest. Diese Formate haben den Vorteil der Flexibilität. Meist sind sie kostengünstiger. 

Nachteile sind in der Regel schlechtere Erreichbarkeit der Dozent:innen und eine gewisse Distanz zu ihnen.

Praxis-Akademie / Praxis-Uni

Diese Formate kombinieren Theorie und Praxis. Sie werden oft von Menschen angeboten, die die Ziele, die ihre Zielgruppe erreichen möchte, selbst schon erreicht oder sogar übertroffen haben.

Es haben sich Bezeichnungen wie „Academy“ oder „University“ etabliert, obwohl diese Formen nichts mit universitärem Studium zu tun haben.

Sehr positiv finde ich, dass diese Art der Weiterbildung meist die Begleitung über einen längeren Zeitraum bedeutet. Das bietet mehr Nachhaltigkeit, die Möglichkeit, regelmäßig spezifische Fragen zu stellen und Deine Fortschritte ständig zu überprüfen.

Und in den meisten Fällen hast Du einen sehr direkten Kontakt zu Dozent:innen, die über viel Praxiswissen verfügen. Auch wenn das eine relativ langfristige Form der QM-Weiterbildung ist, kann sie aus meiner Sicht die größten Erfolge bieten.

Darauf solltest Du bei der Auswahl besonders achten

Zusammenfassend empfehle ich Dir, auf die folgenden drei zu achten, wenn Du ein spezifisches Angebot näher ins Auge fasst. Hier solltest Du keine Abstriche machen. Alle drei sollten zutreffen, damit Du wirklich das erreichst, was Du Dir erwartest.

  • Deine Ziele sollten erreicht werden
  • Das Format sollte zu Deinem Lerntyp passen
  • Die Referent:innen sollten über Praxiserfahrung verfügen – sie sollten das, was Du erreichen möchtest, selbst schon erreicht haben

Scheue Dich nicht, entsprechende Fragen im Vorfeld an die Veranstalter zu richten. Rufe dort am besten an und frage konkret nach, was Dich erwarten wird und ob ein spezifisches Thema, das Dich besonders umtreibt, näher behandelt oder nur gestreift wird.

Zwei Empfehlungen für Dich

Als Belohnung dafür, dass Du bis hierher gelesen hast, gebe ich Dir gern zwei Empfehlungen in Sachen QM-Weiterbildung.

  1. Wenn Du Dich für Seminare, Webinare oder Kurse interessierst, dann solltest Du einen Blick auf die Angebote der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. werfen. Das ist jetzt keineswegs bezahlte Werbung. Aber die DGQ ist DER Fachverband für Qualitätsmanagement in Deutschland. Wenn jemand über Wissen und Kompetenzen verfügt, dann ist es diese Organisation.
  2. Wenn Du Dich für den Akademie-Ansatz interessierst und Dich intensiv begleiten lassen möchtest, dann solltest Du Dir den Quality Success Workshop anschauen. Dort wirst Du 10 Wochen begleitet und wirst am Ende genau die QM-Ziele erreicht haben, die Du vorher definiert hast. 

Mehr zum Quality Success Workshop

Lade Dir hier das PDF mit allen Informationen zur Durchführung des Quality Success Workshops herunter um Dir einen Überblick zu verschaffen. Einfach auf das Download-Symbol klicken.