122 Negative Gewohnheiten die Dich im QM behindern

Fünf fast schon „klassische“ negative Gewohnheiten im QM

Wir Menschen bestehen zu einem Großteil aus Gewohnheiten oder auch Routinen genannt. Diese sind erst einmal hilfreich. Sie vereinfachen unseren Tagesablauf und sparen viele Ressourcen, da sie wie eine Art Automatismus wirken. Manche dieser Gewohnheiten sind nicht zu bewerten. Sie sind einfach da und fallen anderen Menschen vielleicht gar nicht auf.

Einige davon sind anstrengend und können sich auf Deine Entwicklung geradezu destruktiv auswirken. Nämlich dann, wenn sie in das Leben und Handeln anderer Menschen eingreifen. Dazu gehören aus meiner Sicht die folgenden fünf Gewohnheiten, die im Qualitätsmanagement relativ oft anzutreffen sind.

Gewohnheit der "Schuldzuweisung"

Wer zuerst nach Schuldigen sucht, verschwendet wertvolle Zeit damit, die Situation zu verbessern. Natürlich kann die Identifikation der verursachenden Person eines Fehlers für die Behebung wichtig sein, wenn Du aber wie die Axt im Wald agierst, also ohne Wertschätzung und vielleicht sogar mit Androhung von Konsequenzen, wird es wohl eher keine konstruktive Zusammenarbeit mit dieser Person geben. Zumindest nicht aus freien Stücken.

Besser ist, danach zu fragen, wie ein Fehler in Zukunft vermieden werden kann. Oder Personen zu fragen, was sie nun aus diesem Fehler für die Zukunft lernen können.

Gewohnheit der "Unzuverlässigkeit"

Besonders negativ ist die Gewohnheit der Unzuverlässigkeit dann, wenn Du Verlässlichkeit einforderst, sie selbst aber nicht bietest. Dieses Missverhältnis wird dafür sorgen, dass Du weniger akzeptiert bist, da Du offensichtlich kein Vorbild sein kannst. 

Achte darauf, gerade die kleinen Dinge, wie Termine oder die Bereitstellung von Informationen zeitnah und in guter Qualitiät abzuliefern – mindestens so, wie Du es von Deinem Umfeld erwartest.

Zu starker Fokus auf Anforderungen und Theorie

Theorie ist zweifellos wichtig. Und auch Anforderungen anderer Parteien sollten wir nicht gänzlich außer Acht lassen. Werden diese beiden Komponenten jedoch überbetont und wir vergessen dabei, was für unser Unternehmen wichtig und gesund ist, kann das mehrere negative Auswirkungen haben.

Es wird sich über kurz oder lang Bürokratie aufbauen und unsere KollegInnen werden nicht den Eindruck haben, dass unser QM-System sie und das Unternehmen unterstützt. Im Gegenteil. Diese Situation gilt es zu vermeiden. Betone stattdessen, welche negativen Auswirkungen eine Situation hat, die sich ändern soll und wie die Situation nach der Lösung eines Problems im Idealfall aussehen würde. Dann gehst Du dazu über, den Weg von Schlecht nach Gut zu beschreiben – also die Problemlösung.

Die Theorie, also DEINE Expertise, sprichst Du nur dann an, wenn sie gefragt ist. Anwenden ja, aber langweile Dein Umfeld nicht damit. Als plakative Beispiel erwähne ich in der Podcast-Episode, wie es bei uns im Team fast zur Einführung eines „Kugelschreiber-Managementsystems“ gekommen wäre. Reinhören lohnt sich!

Nicht delegieren können

„Nur wenn ich es selbst mache, ist es richtig gemacht!“

Denkst Du das auch? Dann bist Du deutlich weniger Effizient, als Du sein könntest. Außerdem übernimmst Du dann möglicherweise Qualitätsaufgaben und Verantwortung für andere Menschen. Du entmündigst sie quasi und sorgst langfristig dafür, dass das Qualitätsbewusstsein sinkt.

Du solltest Dich mit der Fähigkeit des guten Delegierens beschäftigen und nur die Aufgaben übernehmen, die in Deinem Aufgabenbereich und Deiner Kompetenz liegen.

Ein zu niedriger Qualitätsanspruch

Diese schlechte Gewohnheit liegt oft daran, dass wir uns nach Anerkennung unserer KollegInnen aus anderen Fachabteilungen sehnen. Wir wollen „dazugehören“ und oft nicht anecken. Das kann jedoch dazu führen, dass die Qualität keinen ausreichenden Stellenwert im Unternehmen bekommt. Du bist der Anwalt der Kunden in Sachen Qualität. Wenn Du die Standards nicht hochhältst, wer dann? 

Akzeptanz solltest Du nicht dadurch versuchen zu erhalten, dass Du „Everybody’s Darling“ sein willst. Sei hart in der Sache aber weich zum Menschen (Stichwort Empathie).

Natürlich belasse ich es nicht dabei, über negative Gewohnheiten zu sprechen. In Episode #123 spreche ich über positive Routinen, die Dich in Deiner Entwicklung unterstützen können. Sobald die Episode verfügbar ist, binde ich den Link hier ein.

Wenn Du Dich allgemein für Selbstmanagement und persönliche Entwicklung interessierst, findest Du hier eine ganze Reihe an Artikeln und Podcast-Episoden dazu.