104 Corona kann uns im QM helfen

Jetzt aus der aktuellen Situation lernen und endlich die Kurve kriegen

Täglich erreichen uns neue Meldungen zur Krise und dazu, welche wirtschaftlichen Auswirkungen wir jetzt und in Zukunft beobachten werden. Die heutige Episode möchte ich dafür nutzen, Dir zwei Aspekte mit auf den Weg zu geben, die Du JETZT aus der Corona-Pandemie lernen und für Dein QM umsetzen kannst.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung

An vielen Stellen war eine gewisse Weiterentwicklung seit Bekanntwerden der Infektionsgefahr zu erkennen. Insbesondere beim Einkaufen im Supermarkt oder in Apotheken. Angefangen von  Bodenmarkierungen, über Abschirmungen an den Kassen, bis hin zur Beschränkung der Kundenzahl, die gleichzeitig in den Geschäften sein darf. 

Was Du daraus für Dein QM-System ableiten kannst, ist Folgendes. Niemand war auf diese Situation wirklich vorbereitet und wir alle müssen uns im Umgang üben oder die richtige Strategie entwickeln. Man kann von keiner Einzelperson erwarten, dass sie von jetzt auf gleich ein fertiges Konzept präsentiert, das sofort umgesetzt werden kann und an dem nichts verändert werden muss.

Überlege Dir Maßnahmen, betrachte die Risiken, die daraus erwachsen können, setze um und beobachte, was passiert. Hole aktiv Feedback ein. Und dann verfeinerst Du die Maßnahme oder stellst um, wenn sie sich als unwirksam oder risikoreich erweist. Erkennst Du das Schema des PDCA-Zyklus?

Schlankheitskur für Dein QM-System

Viele Menschen – nicht nur im Qualitätsmanagement – arbeiten seit einiger Zeit im Homeoffice. Vielleicht gehörte es bisher zu Deiner Tagesroutine, einen Rundgang durch Dein Unternehmen zu machen und „nach dem Rechten“ zu sehen. In vielen Fällen werden QualitätsmanagerInnen aktuell weniger Kontrolle ausüben können, als bisher. 

Ich möchte nicht werten, ob das gut oder schlecht ist. Aber es wird so sein, dass Mitarbeiter sich momentan anders verhalten, als sonst. Die Prioritäten verschieben sich – ob bewusst oder unbewusst – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nicht alles exakt so läuft, wie Du es Dir vorstellst. 

Die Chance, die in dieser Situation schlummert: Schaue Dir genau an, was aktuell anders läuft, als sonst. Und überlege Dir, was davon tatsächlich (dauerhaft) verzichtbar wäre. Einiger (QM-) Ballast hat sich über die Zeit aufgebaut und selten erkennen wir Programme, Maßnahmen oder Dokumente, deren Wirksamkeit heute nicht mehr gegeben ist.

Die Gelegenheit, diesen Ballast endlich zu identifizieren und loszuwerden, war selten so gut, wie jetzt. 

Regeln befolgen und Partnern helfen

Noch vor wenigen Wochen war sicht- und spürbar, dass die Öffentlichkeit mit dieser neuen Situation überfordert war. Das war eine Zeit, in der uns vielleicht die ersten Anfragen unserer Kunden nach Lieferketten und Schutzmaßnahmen erreicht haben. Das war auch eine Zeit, in der wir in der Lage (oder Pflicht) waren, uns „innovative“ Lösungen zu überlegen, da es wenige Empfehlungen und noch weniger gesicherte Erkenntnisse gab.

Diese Zeit ist vorbei! Es gibt inzwischen so viele echte Experten, Empfehlungen und Leitfäden, dass Du das Rad nicht mehr neu erfinden, sondern nur auf Deine Situation anpassen musst. Deshalb lautet mein Tipp im April: Befolge die Vorgaben, Richtlinien und Leitfäden, von denen es inzwischen genügend gibt. 

Branchenverbände, das Robert-Koch-Institut oder Kunden sind nur einige Quellen für wertvolle und hilfreiche Informationen. 

Du hattest genügend Zeit, Dich mit der Situation abzufinden und mein zweiter Tipp ist: Schaue auf Deine Partner (Lieferanten, Kunden, Dienstleister oder Mitarbeitende). Eventuell benötigen sie Hilfe oder Orientierung. Wenn Du glaubst, dass sich Deine Situation und Dein Unternehmen gefestigt haben, hilf anderen so gut Du kannst mit Wissen, Materialien oder finanziell. 

Hör' auf zu jammern und setze um, was Du umsetzen kannst!

Jammern hilft niemandem. Deshalb lautet mein Motto immer: Nach einer Orientierungsphase, die so kurz wie möglich ist, kommt die Umsetzung. Aktuell nutze ich die Zeit, in der weniger Kundenanfragen kommen, für aktiven Vertrauensaufbau. Ich telefoniere mit KollegInnen, mit denen ich sonst weniger Kontakt habe. Ich informiere unsere Kunden und Lieferanten aktiv über unseren Status und verbreite Zuversicht (keinen Zweckoptimismus). 

Im QM haben wir eine Führungsaufgabe. Und gute Führung zeichnet sich durch Professionalität, Stabilität und Optimismus aus. Inwieweit strahlst Du das aktuell aus?