Sind Sie ein Gepard oder ein Löwe?

Sind Sie ein Gepard oder ein Löwe?

Zugegeben, diese Frage ist nicht ganz ernst gemeint. Denn spätestens die Tatsache, dass Sie die Überschrift lesen konnten, zeigt uns, dass Sie weder das eine noch das andere sind. Ich meine die Frage eher im übertragenen Sinn.

In diesem Artikel soll es um die unterschiedlichen Arbeitstypen von Menschen gehen. Diese Arbeitstypen möchte ich mit einem Vergleich aus der Tierwelt veranschaulichen.

Viele erfolgreiche Menschen arbeiten sehr hart für ihren beruflichen Erfolg und ihre Karriere. Auch im Qualitätswesen opfern viele Menschen übermäßig viel Zeit und Gesundheit der Erreichung beruflicher Ziele.

Immer häufiger bleibt dabei die Gesundheit auf der Strecke. Nicht nur die Zahl der Burnout-Erkrankungen steigt ständig an. Neben äußeren Faktoren, wie Unternehmen, Bereich, Chef oder Kunden haben wir selbst einen großen Anteil daran, rechtzeitig gegenzusteuern, wenn wir feststellen, dass unser momentanes Arbeitspensum uns und unserem Körper nicht guttut.

Doch wie können Ihnen Gepard und Löwe dabei helfen, herauszufinden, was für ein Arbeitstyp Sie sind? Dieser tierische Vergleich stammt aus dem Buch „Ärmel hoch – Die 20 schwierigsten Führungsthemen und wie Top-Führungskräfte sie anpacken“ von Gudrun Happich. Ich mag diesen Vergleich. Denn er macht auch ohne wissenschaftliche Studien anschaulich, worum es geht.

Der Unterschied liegt im Verhalten bei der Jagd und in Ruhephasen

Fangen wir bei den Geparden an. Sie sind Raubkatzen und gelten als die schnellsten Landtiere der Erde. Sie können bis zu 120 km/h schnell laufen! Hat ein Gepard ein Beutetier im Visier, pirscht er sich bis auf eine Distanz von unter 100m an das Beutetier heran um es dann blitzschnell zu erlegen. Geparden jagen im Gegensatz zu Löwen nicht im Rudel.

Die Schnelligkeit der Geparde hat allerdings ihren Preis. Die hohe Geschwindigkeit können die Tiere nicht lange aufrechterhalten. Danach benötigen sie eine Pause. Nicht selten kommt es vor, dass ein Gepard von der Jagd so erschöpft ist, dass er sich sogar vor dem Fressen erst einmal ausruhen muss. Die Tiere haben im Schnitt eine Erfolgsquote bei der Jagd von 70%. Sie rennen das Beutetier quasi über den Haufen, sodass es stürzt und danach getötet wird.

Auf den beruflichen Alltag übertragen bedeutet das: Berufliche Geparde stürzen sich mit voller Power auf und in eine Sache, agieren lieber alleine als im Team und können so schnelle Erfolge erzielen. Allerdings sind sie dann erschöpft und sollten eigentlich eine Pause einlegen. Doch diese Pause vergessen die Berufs-Geparden gerne einmal und begeben sich sofort wieder auf die nächste Jagd.

Wenn Sie den tierischen Vergleich sehen, dann wird schnell klar, dass das nicht auf Dauer funktionieren kann. Besser wäre es, wenn auf intensive Anstrengung ebenso intensive Pausen folgen würden um die eigenen Akkus aufzuladen.

Doch schauen wir uns auch noch die Löwen an. Löwen arbeiten meist im Rudel. Sie sind viel zu langsam um die Taktik der Geparde anwenden zu können. Seine Höchstgeschwindigkeit von ca. 60 km/h kann er nicht lange aufrechterhalten und außerdem haben die meisten Beutetiere der Löwen eine höhere Höchstgeschwindigkeit.

Dadurch, dass Löwen deutlich langsamer sind als Geparde, müssen sie sich noch näher an ihre Beute heranschleichen als die Geparde, nämlich rund 30 Meter. Dabei nutzen sie jede Möglichkeit zur Deckung.

Die geringere Höchstgeschwindigkeit gleichen Löwen durch ihren schnellen Antritt und die hohe Beschleunigung aus. So sind sie in der Lage, mit kurzen Sprüngen, die bis zu sechs Meter lang sind, das Beutetier blitzschnell anzuspringen.

Neben dem eigentlichen Moment des Angriffs kostet das Anpirschen viel Zeit und Geduld. Je nachdem, wie gut die Deckung ist und welches Tier bejagt wird, ist die Erfolgsquote von Löwen mit unter 40% ebenfalls deutlich geringer als die der Geparden (~70%).

Diese geringere Erfolgsquote macht es notwendig, häufiger zu jagen. Auf diese langen Jagden folgen ausgedehnte Ruhephasen. Häufig schlafen Löwen praktisch den ganzen Tag und warten bis sich erneut die Gelegenheit zur Jagd bietet.

Gehen wir wieder zurück zum Arbeitsalltag: Der Büro-Löwe ist also eher Teamplayer. Er bereitet seine Projekte gründlich vor und bringt dabei viel Geduld mit. Akribisch verbeißt er sich in seine Arbeit und führt sie mit langem Atem zum Erfolg.

Danach ist aber erst einmal eine längere Phase des Büroschlafs vonnöten: Der Büro-Löwe macht Nacharbeiten zu seinen Projekten, räumt auf und lässt es eher ruhiger angehen. Dafür ist er, wenn das nächste Beute-Projekt vor der Tür steht, danach wieder fit und voll motiviert.

Ist in diesem Vergleich deutlich geworden, worin der Unterschied besteht? Nein? Dann habe ich noch einen Vergleich für Sie!

Sind Sie 100m-Läufer oder Marathonläufer?

Hier verhält es sich genauso. Beide Disziplinen haben das Laufen gemeinsam. Der große Unterschied liegt in der zurückgelegten Distanz und äußert sich in der Geschwindigkeit der Läufer.

Während ein 100m-Läufer seine ihm mögliche Höchstgeschwindigkeit abrufen kann um die 100m-Marke schnellstmöglich zu erreichen, muss sich der Marathonläufer seine Kraft so einteilen, dass er mit einer guten Durchschnittsgeschwindigkeit ins Ziel kommt. Läuft er zu schnell los, läuft er Gefahr, dass ihm die Kraft ausgeht. Nur selten erlauben sich Marathonläufer kurze Sprints um einen Kontrahenten oder ein Läuferfeld zu überholen.

Neben der Lauftechnik ist bei Langstrecken-Disziplinen auch Taktik dabei. Bei den Kurzstrecken geht es dagegen viel mehr um Technik, Kraft und eben die höchste Schnelligkeit.

Viele Aufgaben im Qualitätswesen, sowie auch Führungsaufgaben gleichen eher einem Marathon als einem 100m-Lauf. Die richtige Taktik und das stetige Reproduzieren der richtigen Dinge bringen hier den größten Erfolg.

Den 100m-Lauf im Berufsalltag gewinnen Sie dadurch, dass Sie genau wissen, was zu tun ist und sich nur darum kümmern, wie Sie das gesetzte Ziel schnellstmöglich erreichen.

Fazit: Die Arbeitstypen beachten

Seien Sie bewusst, welcher Typ Sie sind! Natürlich kann es auch Mischformen geben und es hängt auch davon ab, welche Aufgaben gerade zu erfüllen sind.

Wenn Sie das wissen und die damit verbundenen Vor- und Nachteile berücksichtigen, dann tun Sie sich und Ihrer Gesundheit einen großen Gefallen. Ganz besonders wichtig ist es, auf die notwendigen Pausen zwischen den Belastungsphasen zu achten. Denn wer das nicht tut, überfordert seinen Körper und schadet seiner Gesundheit, seinen Zielen und erreicht das, was er erreichen möchte auf lange Sicht mit geringerer Wahrscheinlichkeit.

Bitte vergessen Sie die Einstellung, dass Pausen nur untätig verstrichene Zeit sind. Pausen sind notwendig, um aufzutanken um danach mit größerer Konzentration und voller Power wieder an die Arbeit gehen zu können.

Jedenfalls hoffe ich, dass Ihnen die beiden Vergleiche dabei helfen, Ihren eigenen Arbeitstyp zu erkennen und entsprechend zu handeln. Denn ohne gesunden Körper und Geist ist alles andere nur halb so viel wert.

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